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Geschichte



Die Geschichte Wilknitts läßt sich bis in die prußische Zeit zurückverfolgen. Das Gründungsjahr ist nicht bekannt, wohl aber wird Wilknitt 1336 als Grenzort Wylkeniten erwähnt. Der Name leitet sich aus dem Prußischen her und bedeutet etwa Wolfsbau. Im alten Wilknitt saßen prußische Freie, wie auch im angrenzenden Splentienen (auch: Sprentin) und benachbarten Wohlau. 1346 wird Wilknitt erstmalig als Dorf benannt; damals war es rund 336 Hektar groß. 1427 saßen dort, so wird berichtet, 8 Freie auf rund 552 Hektar. Diese prußischen Freien mußten Abgaben leisten, die von zuständigen Schulzen oder Ratmann einzuziehen und über nachgeordnete Ämter mit dem Ordensamt Balga abzurechnen waren. So lesen wir vom Ratmann von Pawstnicken, der 1427 in diesem Wilknitter Nachbarort saß. In einer Quelle aus dem Jahr 1455 finden wir dann noch einmal Wilkenithe-Pausteniken erwähnt. Pawstniken wird danach als Ort nicht mehr genannt. Im Laufe der Zeit wurden aus Wilknitt, Wohlau und wohl auch Splentienen deutsche Zinsdörfer. Es ist überliefert, daß die Einwohner Wilknitts 1508 den wüsten ehemaligen Freihof Splentienen (rund 67 Hektar) von Klaus von Bach, Hauskomtur in Balga, für 40 Mark kauften, weil sie nicht genug Weideland hatten. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wollte dann der zuständige Amtshauptmann das Wilknitter Splentienen polnischen Siedlern übergeben. Darüber beschwerten sich die Wilknitter beim Herzog. Die Tatsache, daß der Freienhof Splentienen verlassen worden und verödet war, ist dem Jahrhundert der Söldnerkriege (1440-1525) zuzuschreiben, insbesondere gegen Polen.


Wilknitt kam dann in Adelsbesitz. Die Namen vieler Wilknitter Vorbesitzer sind nicht mehr bekannt, nur wenige sind überliefert: Sicher scheint, daß Hans Groebel (von der Groeben) das Gut und die Mühle Wilknitt besessen und den Besitz am 20.8.1493 an Johannes von Tiefen, Hochmeister des Ordens, zurückgegeben hat. Gründe sollen Landstreitigkeiten mit den ermländischen Nachbarn gewesen sein. 1527 gehörte Wilknitt (Wylckenitten) zum Amt und Kammeramt Balga und wurde dem Hans von Biesenrodt (alias Besenrade) verliehen, der im selben Jahr nach Preußen gekommen war und 1528 Burggraf zu Königsberg wurde. Als er 1529 kinderlos starb, wurde das Gut seiner Witwe Euphemia (die Bosenratische) bis zu ihrem Tode als Leibgedinge überschrieben, so daß sie jährlich aus der Rentkammer ausgezahlt wurde. Die Witwe starb 1556. Zu ihren Besitzungen gehörten ebenso die Güter Schönlinden und Gabditten (Anteilsbesitz) im selben Amt. 1540 saßen adelige Hintersassen auf 21 Hufen in Wilknitt, und auf einer Hufe ein Freier unter adeliger Oberherrschaft. Die grundherrlichen Hintersassen hatten 218 Stück Vieh.


1566 war es dann Vitalis von Mosewitz,der sich in den Besitz der Güter Wilknitt und Splentienen setzte, die er später unter dem Namen Wilknitt vereinigte. Es soll ihn damals hundert Gulden Bestechungsgeld gekostet haben. Dieser neue Wilknitter Herr hatte 1540 Anteile des Gutes Hohenwalde und das Pfandgut Gerlachsdorf besessen. Obgleich die Nachkommen verbriefter Kölmer auf Wilknitt mit Mühle und Splentienen saßen, gelang es Mosewitz, sie im Lauf der Zeit zu entrechten und zu vertreiben. Nicht nur Bestechung, sondern auch Entführung, Folter, Erpressung, Raub und Mißachtung behördlicher Anordnungen waren seine Methoden. Er konnte auch nur deshalb Erfolg haben, weil er mit korrupten Leuten verbündet war. Wohl der einzige Freie, der sich von Mosewitz nichts bieten ließ, scheint der Nachbar in Bartken gewesen zu sein. Als der Wilknitter daran ging, sich das an der Warnau gelegene Noedrige Feld anzueignen, brachte der Bartkener Mosewitz in Balga vor Gericht. Darauf hin wurde Bartken neu vermessen, und der Freie bekam 1589 Recht. Eine Urkunde im Heiligenbeiler Heimatmuseum, von Adolf Roß, Bartken, dorthin ausgeliehen und heute verschollen, belegt dieses Urteil gegen Mosewitz. Für einen tüchtigen Ritterdienst mit Pferd, Mann und Harnisch hatte ihm 1566 Markgraf Albrecht der Ältere 16 Huben Wilkenitten und 4 Huben Splentienen nach Mageburgischem Recht verliehen, samt den Gerichten groß und klein, Straßengericht ausgenommen. Ihm folgten zwei Heinrich Mosewitz. Die Mosewitz saßen noch 1629 auf Wilknitt. Obgleich Wilknitt 1580 als Pfandgut des Herzogs bezeichnet worden war, haben es die Mosewitz verstanden, sich auf dem Gut zu halten.


Aus der Folgezeit ist bekannt, daß während des ersten schwedisch-polnischen Kriege (1626-1635) die Gegend nahe der ermländischen Grenze verheert worden ist. Es sieht danach aus, als hätten die Mosewitz dadurch ihre Besitzungen verloren.
Wilknitt, Blick auf den Schweinestall und die Querscheune