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Carl-Friedrich Müller (1790 bis 1853), der die Güter Klein- und Groß Steegen erwarb und dessen beiden Söhne 1861 in den Adelsstand erhoben wurden
Das Stammhaus


1895 erwarb Oskar von Steegen (1837-1897), preußischer Briefadel seit 1861, das Gut Wilknitt als Fideikommiss. Er war Herr auf Klein Steegen, Kreis Preußisch Eylau, mit Sophienhof, Wilhelmberg und Louisenhof (1895: 1792 Hektar), Schwadtken, Kreis Preußisch Eylau, mit Wiecherts (1895: 465 Hektar), Sienken, Kreis Preußisch Eylau, mit Esdeln (1895: 665 Hektar) und Eichholz, Kreis Heiligenbeil (1895: 838 Hektar). Wilknitt war damals 378 Hektar groß, das Vorwerk Splentienen eingeschlossen.


Den Grundstein zum Besitz der Familie hatte Oskar von Steegens Vater Carl-Friedrich Müller gelegt. Er war 1815 aus Pommern nach Ostpreußen gelangt und durch seine Glasfabriken zu Wohlstand gekommen. Carl-Friedrich Müller war Herr auf Klein Steegen mit Sophienhof, Wilhelmberg und Louisenhof gewesen, Groß Steegen mit Hoppendorf und Gottesgnade, Kreis Preußisch Eylau (1895: 1174 Hektar), Massaunen, Kreis Friedland (1895: 850 Hektar), und Worlack mit Wotterlack, Kreis Preußisch Eylau (1895: 440 Hektar).


Dieses Stammgut Klein Steegen verdient eine Zwischenbemerkung: Conrad von Thierberg, Landmeister des Ordens, hatte dem prußischen Herzog Skomand aus Sudauen und dessen Söhnen Rickals, Gedetes und Galms das Dorf Steinio (Steegen) verschrieben, mit seinem Gebiet bis zum Walde bei Drogowitegen, die Wiese Penkowo und das Feld Labalaucks; dies geschah in Balga am 18.4.1285. Zuvor hatte sich der kriegerische Sudauer dem siegreichen Orden unterworfen, sich taufen lassen und ihm Gefolgschaft geleistet. Seine Umsiedlung in den Stablack, einem Grenzgebiet zwischen dem prußischen Gau Natangen und Barten, hatte der prußische Herzog hinnehmen müssen.


Friedrich (Fritz) von Steegen (1878-1909), dem jüngerer Sohn des Oskar von Steegen, wurde 1901 Wilknitt übereignet, als Fritz volljährig geworden war. Oskar hatte das Gut als Fideikommiss gestiftet, somit war Fritz von Steegen erster Fideikommissherr auf Wilknitt.


1904 hatte er sich an den Umbau seines Gutshauses Wilknitt gemacht. Er ließ Decke und Dach über dem Mittelteil des Erdgeschosses abnehmen und dort ein massives Hallengewölbe errichten, das auf einer Mittelsäule ruhte und über das Niveau der Etage hinausreichte. Über den Eingangsvorbau beziehungsweise über den halben vorderen Nordostflügel des Gutshauses wurde dann ein zweigeschossiger Turm gesetzt. Über den Turm und das Gutshaus wurde an anderer Stelle berichtet.


Fritz erwarb 1905 das Gut Hasselpusch (Kreis Heiligenbeil) als zweiten Besitz. 1895 war Hasselpusch 419 Hektar groß.


Fritz starb in jungen Jahren an einer Blutvergiftung nach einem Reitunfall. Ihm zum Gedenken errichteten seine Freunde ein rund sechs Meter hohes, obelisk-ähnliches Denkmal aus Feldsteinen an der Unfallstelle auf Wilknitter Grund, das von einem Hügel links der Chaussee die Vorüberfahrenden grüßte, wenn sie von Eichholz nach Mehlsack fuhren.


Fritz hatte noch nicht geheiratet, als er starb, seine Besitzungen fielen seinem Bruder Oskar Friedrich (1873-1918) zu.


Wilknitt wurde dann von Klein Steegen aus verwaltet, dem Sitz Oskar von Steegens. Ihn beerbte seine Witwe, Susanne von Steegen. Zweiter und letzter Fideikommissherr auf Wilknitt war dann der zweite Sohn Paul Eitelfritz Hubertus von Steegen (1907-1943). Hubertus von Steegen übernahm Wilknitt 1930, als er 23 Jahre alt war. Er fiel am 25. 01. 1943 in Stalingrad. Sein Sohn Carl-Friedrich Herbert von Steegen (* 1939) hat ihn beerbt. Der Eichholzer Wald wurde von diesem Erbe ausgenommen und fiel zu je einem Drittel an die Witwe Vera von Steegen und die beiden Töchter Carla und Sybille.